»Ich hatte Angst, sie beim Gehen zu stören. Ich habe immer eine neue Kerze angemacht, weil ich gedacht habe, wenn die einmal aus ist, dann ist auch Mama nicht mehr da. Als Mama starb, da brannte die Kerze einfach weiter.« J. Jansen
Ein letzter Atemzug, dann ist die Mutter tot, viel zu früh. Die Zeit steht still. Ganz allmählich dringt ins Bewusstsein von Lore, was nun alles ansteht. In der katholischen Tradition markiert das Sechswochenamt das Ende der ersten Trauerphase. Bis zu diesem Zeitpunkt ackert sich Lore störrisch durch all die Anforderungen – der Bürokratie, der Familie, der Nachbar:innen, der Wohnung und der Trauer. Alle wollen wissen, was »normal« ist und »watt sisch jehööt«? Lore stemmt sich gegen Konventionen und findet ihren Weg, Abschied zu nehmen, auch von der eigenen Kindheit.
While the world is in lockdown as a result of the COVID-19 pandemic, Lore has to cope with a painful loss: her mother has died. Back in the small town of Erkelenz in North Rhine-Westphalia, she struggles against entrenched family structures and a paralyzing bureaucracy. Above all, she has to find a way to come to terms with the death and say goodbye to her mother.
JACQUELINE JANSEN
*1994 in Erkelenz, NRW. Autodidaktische Filmemacherin. SECHSWOCHENAMT ist ihr autofiktionaler Debüt Spielfilm.